2004




Solennità del Messiah
"Du singst viel zu gesund"
Ein sehr normaler Mensch
Peter Schreier
Startenor Peter Schreier will aufhören
Audienz bei Honecker
Peter Schreier in Gespräch mit Walter Flemmer
Reizvolle Winterreise am Wilisch
Peter Schreier: Jede Bach-Aufführung ist für mich ein Erlebnis



2015 2013-2014 2010-2012 2007 - 2009 2006
2005 2004 2003 2002 < 2002



Gazzetta di Parma 10.12.2004
Solennità del Messiah
Anche quest'anno il Messiah di Händel risuonerà sotto le arcate della Cattedrale di Parma. Un dono della Fondazione Teatro Regio alla città: grande musica per pensare, per pregare, per prepararsi all'imminente Natale. Un celebre musicista, Peter Schreier, dirigerà Orchestra e Coro del Teatro Regio. Anche l'edizione 2003 del Messiah di Händel s'avvalse della sua prestigiosa bacchetta, attiva da oltre trent'anni nei teatri più importanti del mondo. Va infatti ricordato che Peter Schreier, nato nel 1935 a Meissen (Germania) (......). Il suo repertorio di cantante lirico spazia da Rossini a Wagner, ma Schreier viene ricordato soprattutto come interprete eccellente dell'opera mozartiana, oltre che come punto di riferimento per l'interpretazione degli Oratori, delle Passioni e della Cantate di Bach. Al 1970 risale invece l'inizio della carriera direttoriale, che a livello internazionale l'ha visto emergere specialmente come nobile bacchetta bachiana e mozartiana. L'interesse artistico di Peter Schreier si estende, da sempre, anche alla « liederistica » classica e moderna; in qualità di cantante è stato un raffinato interprete schubertiano. Ma torniamo al Messiah di Händel, che Schreier ha autorevolmente dipinto alla «Gazzetta » «come un patrimonio dell'umanità intera, al pari di alcune città storiche, di alcuni monumenti e di alcuni luoghi». «Il Messiah di Händel - continua Schreier - è una composizione nella quale tutti noi possiamo ritrovare, attraverso una musica che sa parlare con forza e semplicità al cuore della gente, sentimenti altissimi. Händel ha fatto confluire in questo suo grandioso oratorio, tratto dalla Bibbia, momenti che appartengono a tutto l'anno liturgico, dalla Pentecoste alla Pasqua, al Natale: attraverso il suo stile tipico, nel quale la melodia ha cosí gran parte, egli ha creato un capolavoro artistico tra i pi ù alti, ricco di momenti di grandissima presa. E se l'«Allelujah» è diventato proverbiale, celeberrimo, trovo che tutto il grandioso finale, ma anche molte arie e numerosi brani corali, raggiungano momenti di intensa bellezza». «Se si pensa - commenta Schreier - che ho cantato diretto da un romantico puro come Furtwängler, collaborando anche con un filologo quale Ton Koopman, davvero posso dire di aver visto compiersi, dal punto di vista interpretativo, un arco evolutivo enorme. Avendo avuto a che fare coi pi ù grandi direttori attuali e del secolo scorso - voglio ricordare in particolare Kempe e von Karajan - , posso dire che l'importante è la forza della personalità artistica e non il modo - che nei peggiori casi della «prassi esecutiva originale» è solo una moda - con cui essa si esprime. Per quanto mi riguarda, la cosa che m'interessa maggiormente è riuscire a rendere il respiro, il fraseggio, l'articolazione della musica, piuttosto che ricercare soltanto il bel suono». (.....)


Schweriner Volkszeitung / SVZ Online 10.11.2004
"Du singst viel zu gesund"
Startenor Peter Schreier gab in Rostock einen seiner wenigen Meisterkurse
Rostock • Peter Schreier (69), exzellenter Mozart-Tenor, der auf den Bühnen der Welt zu Hause war, ausdrucksstarker Oratoriensänger, bewegender Liedgestalter und gefragter Dirigent, machte auf dem Rückweg von Helsinki, wo er Schuberts "Winterreise" gesungen und Mozarts Requiem dirigiert hatte, Station in Rostock und gab einen Meisterkurs an der Hochschule für Musik und Theater.

Über zwei Tage hatten Studenten der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Gelegenheit, von der Erfahrung des Startenors zu profitieren. Schreier, der – wie er sagt – "beruflich, als Sänger und Dirigent, immer noch stark ausgelastet ist", gibt nicht allzu viele Meisterkurse, drei, vier im Jahr, und dann in den großen Musikmetropolen wie Wien oder London.

Die Beziehung zu Rostock war auf persönlichem Wege über eine Gesangslehrerin an der HMT entstanden. Und so konnte Schreier das neue Hochschulgebäude, das er noch nicht kannte, bewundern und die Rostocker dazu beglückwünschen – und die HMT konnte ihrem Ausbildungsangebot ein attraktives Glanzlicht aufsetzen.

Neun von fast 50 Gesangsstudenten der HMT hatten das Glück, sich unter der Anleitung des großen Sängers zu vervollkommnen. Im Mittelpunkt stand das romantische Lied, nicht seine gesangstechnische Realisierung, sondern seine Ausdrucksgestaltung, denn Schreier hat "besonderen Spaß an der "interpretatorischen Tätigkeit", in der Technik "wollte er auf dem Vorgefundenen aufbauen". So ließ er die Studierenden, rücksichtsvoll auf ihr jeweiliges Angebot eingehend, teilnehmen an der reichen Erfahrung eines erfüllten und erfolgreichen Künstlerlebens, und brachte sie immer ein Stück über sich hinaus.

Er tat dies mit genauer Aufmerksamkeit, aber auch mit Spaß. Und da fielen erstaunliche Sätze zuweilen: "Du singst viel zu gesund" oder "Sing doch nicht die Töne, wie sie dastehen, sondern höre auf sie". Befragt nach seiner Bewertung von Schönheit oder Charakteristik des Gesangs, sagt jener Mann, der als begnadeter Mozart-Tenor gilt, den Satz: "Mit der Schönheit stehe ich auf Kriegsfuß, mit Schönheit allein können wir nicht viel anfangen." Denn für ihn besteht die Hauptaufgabe des Sängers darin, die Aufmerksamkeit des Publikums zu treffen.

Peter Schreier zeigte sich beeindruckt von der Aufmerksamkeit und der Bereitschaft der Rostocker Studierenden, Neues aufzunehmen. "Natürlich war das Niveau unterschiedlich", sagte er, "aber es gab Leute, mit denen man ein Ergebnis erreichen konnte." Um eine Empfehlung gebeten, woran die jungen Leute weiterhin besonders arbeiten sollten, meint er zunächst ein wenig spitzbübisch: "An allem…", um dann doch zu präzisieren: "daran, den Ausdruck des Textes in die Musik zu übertragen". H-J.S.

FonoForum Juli 1 9 7 7
Ein sehr normaler Mensch
Peter Schreier ist zum Inbegriff des deutschen lyrischen Tenor geworden. Er gilt mit gutem Grund als unerreichter Bach-Sänger, als idealer Mozart-Interpret, aber auch als ein Oratorien- und Liedsänger der Romantik. (.....)
>> Text




Sächsische Zeitung 02.10.2004
Peter Schreier
Der Sänger Peter Schreier wird noch über ein Jahr live zu erleben sein. Bedeutende Konzerte, etwa zur Schumaniade Reinhardtsgrimma oder zur Weihe der Frauenkirche im Oktober 2005, will er singen. „Erst Ende kommenden Jahres höre ich mit dem Gesang auf – so, wie ich es schon lange angekündigt habe“, reagierte der 69-Jährige am Freitag auf Meldungen, er werde nach dem Frauenkirchen-Konzert zurücktreten.

Peter Schreier, 10/2004 Von Zurücktreten kann bei dem großen Künstler, der seit gut viereinhalb Jahrzehnten auf den Podien der Welt gefeiert wird, ohnehin nicht die Rede sein. Als Dirigent und Gestalter von Meisterkursen ist er gefragter denn je. So leitet er in dieser und in der nächsten Spielzeit in der Semperoper das Uwe-Scholz-Ballett zu Joseph Haydns „Die Schöpfung“. Sein Dirigat machte die Premiere 2001 zum nachhaltigen Erlebnis – bescheiden stellte sich Schreier beim Schlussapplaus dennoch an die Seite.

Überraschend kommt ein Abschied vom Gesang beim ehemaligen Kruzianer Peter Schreier nicht. Er ist keiner, der wartet, bis die Kräfte für das Publikum spürbar nachlassen. So verabschiedete er sich beispielsweise im Juni 2000 von der Opernbühne: mit seiner langjährigen „Zauberflöten“-Glanzrolle des Tamino.

Und keiner sollte darauf spekulieren, dass sich Schreier auch in kulturpolitischen Dingen künftig zurückziehen wird. Er äußert sich zwar selten, dann aber markant. So warf er im vergangenen Frühjahr den Dresdner Stadtvätern „ungenügende Kompetenz in kulturellen Fragen“ vor und unterstützte die große Dresdner Demonstration gegen Kulturabbau massiv. bkl


Freie Presse 01.10.2004
Startenor Peter Schreier will aufhören
Startenor Peter Schreier wird bei der Weihe der Dresdner Frauenkirche Ende Oktober nächsten Jahres sein letztes großes Konzert geben. Er wolle mit dem Singen aufhören, sagte der 69-Jährige der «Bild»-Zeitung (Freitagausgabe). «Ich bin Realist. Ich möchte nicht erleben, dass man sagt: 'Früher war der aber besser...'.» Er sei heute einfach schneller müde und müsse mit seinen Kräften haushalten, begründete der in Meißen geborene Weltstar seinen Entschluss. «Und - ehrlich gesagt - leiern die Stimmbänder bei einem älteren Sänger etwas aus», fügte er hinzu.

Schreiers Karriere hatte beim Dresdner Kreuzchor begonnen. Seit 1959 sang er an der Dresdner Staatsoper. Es folgten Auftritte an der Mailänder Scala, der Metropolitan Opera New York, an der Wiener Staatsoper und in vielen anderen berühmten Konzerthäusern. Seine Stimme ist auf 300 Platten verewigt.
Ab 2006 habe er keine Gesangsverträge mehr, sagte Schreier. Für die Zeit nach dem Singen freue er sich auf seinen "beheizten Pool, auf die Gartenarbeit im Landhaus im Osterzgebirge. Ich werde Kaminholz sägen und Fichten pflanzen, mit meiner lieben Frau Renate Rotwein genießen und mehr Zeit mit unseren beiden Söhnen und den drei Enkeln verbringen».


Berliner Morgenpost 01.10.2004
Audienz bei Honecker
Tenor Peter Schreier über die Wiedereröffnung des Schauspielhauses vor zwanzig Jahren

Für die DDR war es ein Prestigeobjekt, die Konkurrenz zur Philharmonie im Westen. Als "Zentrum zur Pflege philharmonischer Musikkultur" wurde heute vor zwanzig Jahren das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt wiedereröffnet........
>> Text



Bayern Alpha Juni 2004
Peter Schreier im Gespräch mit Walter Flemmer
"Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, herzlich willkommen zum Alpha-Forum.
6. Februar 2004 im Münchner Prinzregententheater: Mit dem "Leiermann" hat
Peter Schreier gerade die "Winterreise" beendet."
...........
>> Text (Die BR-Alpha Fassung ist hier teilweise korrigiert)


Peter Schreier, 02/2004


Sächsische Zeitung 16.06.2004
Reizvolle Winterreise am Wilisch
Peter Schreier singt in Kreischa Schuberts Zyklus mit Streichquartett /
2005 will er seine Sängerkarriere beenden

"Dann werde ich, so Gott will, das letzte Mal singen“, sagt der weltbekannte Tenor Peter Schreier und meint mit dem Zeitpunkt die vierte Schumanniade in Reinhardtsgrimma im nächsten Jahr. Dann wird er 70. „Du bist verrückt, wenn du aufhörst“, habe sein Freund, der Pianist András Schiff, mit dem er zu diesem Anlass Schumanns Liederzyklen aufführen will, ihm erst kürzlich gesagt. Doch Schreier bleibt dabei. Ja, es ginge sicher auch länger, sagt er. „Aber man will ja nicht, dass die Leute irgendwann sagen: Naja, er hat’s noch großartig gestaltet, aber die Stimme ... Das will ich vermeiden.“

Doch der Sänger ist in Top-Form, gastiert in den USA, Australien, Japan, Finnland. Und Kreischa. Denn hier fühlt er sich wohl. Nicht bloß, weil einst Robert Schumann davon schwärmte. „Von Kindheit an, seit meiner Kreuzchorzeit, habe ich eine enge Beziehung zu dem Ort“, erzählt er. Ein Freund wohnte hier. Mit ihm sei er oftmals im Winter heraus und mit dem Schlitten den Wilisch herunter gefahren. „Das war herrlich. Wir haben unbewusst die schöne Landschaft aufgesogen. Daher rührt meine Liebe zu Kreischa.

Ein Pferd führt Schreier zurück zum Wilisch
Die verlor sich dann über Jahre, da er wahnsinnig viel in der Welt herum reiste. Als die Söhne heranwuchsen, legte sich die Familie ein Pferd zu. Und in Lungkwitz baute ein Bekannter gerade ein Gestüt auf. So führte Schreiers Weg zurück an den Fuß des Wilischs. Er kaufte ein Stück Land, das der LPG zu karg war, und richtete sich einen Sommersitz ein. Da verbringt er heute noch die freien Stunden zwischen den Weltreisen. „Ich fahre nie in Urlaub. Den mache ich hier“, sagt er. Doch seit Jahren geht es weit über Erholung hinaus. Der ortsansässige Kulturverein holte sich Peter Schreier als Ehrenvorsitzenden ins Boot. Die Zusammenarbeit begann mit dem Finanzieren und Aufstellen einer Schumann-Büste im Kurpark. Sonst sei seine Mission, sagt Schreier, sich selbst mit Liederabenden einzubringen. Auch schlägt er mit vor, wen man einladen könnte. Dabei müsse man ein Auge auf idealistische Künstler werfen. Supergagen kann sein Verein nicht zahlen. Nach einiger Zeit sei der in Lungkwitz lebende Violinist und Musikwissenschaftler Martin Schneider-Marfels auf die Idee gekommen, ein Pendant zur Schubertiade in Österreich zu schaffen. So wurde 1999 die Schumanniade aus der Taufe gehoben. Doch bevor Schreier bei deren vierter Auflage seine Sängerkarriere beendet, wird er noch an vielen ihrer Stationen Kostproben seines über 400 Lieder umfassenden Repertoires geben. „Das wird erneut ein anstrengendes Jahr“, prophezeit er. Und mit einem ziemlich einmaligen Projekt beginnt es in Kreischa.

Das Dresdner Streichquartett hatte Schreier schon vor zwei Jahren gefragt, ob er Schuberts Winterreise in einer von dem Komponisten Jens Josef erstellten Fassung mit ihnen erarbeiten würde. „Wir leben in einer eventträchtigen Zeit“, begründet der Sänger, der Modernismen eher konservativ gegenüber steht, sein Ja. Diese Bearbeitung sei aber durchaus im Sinne Schuberts. So etwas sei damals ohnehin viel legerer gehandhabt worden, glaubt Schreier.

Dass er die schwermütige, ja recht depressive Winterreise singt, habe jedoch nichts mit dem angekündigten Abschied von der Bühne zu tun. „Da müsste ich eher den Schwanengesang anstimmen“, scherzt er. Er sei ein bejahender Mensch. Die Winterreise hat er übrigens erstmals mit 50 Jahren gesungen, aus freudigem Anlass: zur Eröffnung der Semperoper, mit dem großartigen Swjatoslaw Richter. Und jetzt ist er sehr gespannt, wie es klingt mit Streichern. T.H.


Peter Schreier - Schloss Reinhardtsgrimma, 2000.


Pizzicato 01/04
Peter Schreier: "Jede Bach-Aufführung ist für mich ein Erlebnis"
Erfolgreiche Konzerte mit dem Philharmonischen Orchester Luxemburg
(Luxemburg) Im vergangenen Dezember hatte das Philharmonische Orchester Luxemburg Peter Schreier eingeladen, die drei ersten Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach zu dirigieren und darin auch die Partie des Evangelisten zu singen.

Wir erlebten ein zutiefst beglückendes Konzert. ..........
>> Text



zurück / back